Im Fokus: AQUALEX – Wenn das Hotelwasser aus der Leitung zum Gästeerlebnis wird
Bild: KI-generiert
Wasserkisten schleppen, Flaschen einlagern, Kühlschränke bestücken und anschließend das Leergut wieder entsorgen: Wasser gehört im Hotel zu den selbstverständlichsten Produkten – verursacht hinter den Kulissen aber erstaunlich viel Aufwand.
In unserer Reihe „Im Fokus" stellen wir Lösungen vor, die wir für Hotels und ihre Teams spannend finden. Diesmal geht es um AQUALEX, das einen anderen Ansatz verfolgt: Statt Wasserflaschen durch das Hotel zu bewegen, wird das vorhandene Leitungswasser direkt vor Ort gefiltert, gekühlt und auf Wunsch mit Kohlensäure versetzt.
Grundlage dieser Einschätzung: Recherche der öffentlich verfügbaren Informationen - das System ist bei mir nicht im produktiven Einsatz.
Transparenzhinweis: Zwischen uns und AQUALEX besteht keine Kooperation und keine Provision. Diese Einschätzung beruht auf eigener Recherche der öffentlich verfügbaren Informationen, nicht auf einem eigenen produktiven Einsatz des Systems.
Was ist AQUALEX?
AQUALEX entwickelt professionelle Trinkwassersysteme, die direkt an die vorhandene Wasserversorgung angeschlossen werden.
Je nach eingesetztem System steht anschließend beispielsweise
- gefiltertes stilles Wasser,
- gekühltes Wasser,
- Sprudelwasser oder
- heißes Wasser
direkt zur Verfügung.
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um den klassischen Wasserspender aus dem Büro. AQUALEX kombiniert die Wasseraufbereitung mit unterschiedlichen Armaturen, Zapfsystemen und Wassersäulen, die sich auch in hochwertige Hotelkonzepte integrieren lassen.
Für die Hotellerie ist das besonders interessant, weil AQUALEX verschiedene Einsatzbereiche abdeckt: von Lobby und Frühstücksraum über Tagungsbereiche bis zur Befüllung von Flaschen im laufenden Restaurant- und Eventbetrieb.
Das eigentliche Problem ist nicht das Wasser
Eine Flasche Mineralwasser wirkt zunächst wie ein denkbar einfaches Produkt.
Aus betrieblicher Sicht hängt daran jedoch eine komplette Logistikkette:
Bestellung → Anlieferung → Lagerung → Transport innerhalb des Hotels → Kühlung → Bereitstellung → Einsammeln → Leergutlagerung → Abholung.
Jeder einzelne Schritt kostet Zeit, benötigt Platz oder bindet Personal.
Gerade kleinere und mittelgroße Hotels verfügen häufig nicht über großzügige Lagerflächen. Wasserkisten konkurrieren dort mit Wäsche, Reinigungsmitteln, Frühstückswaren und anderen Verbrauchsmaterialien um den ohnehin knappen Platz.
AQUALEX versucht genau diese Logistik weitgehend zu eliminieren.
Das Wasser befindet sich schließlich bereits im Gebäude.
Vom Leitungswasser zum Hotelprodukt
Interessant wird das Konzept durch die Aufbereitung.
AQUALEX arbeitet nach eigenen Angaben unter anderem mit einem Filtersystem bis 0,2 Mikron sowie Aktivkohle. Dadurch sollen unerwünschte Geschmacks- und Geruchsstoffe reduziert und Verunreinigungen – laut Hersteller bis hin zu Mikroplastik – herausgefiltert werden.
Anschließend kann das Wasser – abhängig vom jeweiligen System – gekühlt oder mit Kohlensäure versetzt werden.
Damit entsteht aus gewöhnlichem Leitungswasser ein Produkt, das sich durchaus wie klassisches Flaschenwasser präsentieren lässt.
Und genau hier kommt ein weiterer Bestandteil des AQUALEX-Konzepts ins Spiel: wiederverwendbare Glasflaschen.
Mit der sogenannten Nova-Flasche bietet AQUALEX beispielsweise eine Flasche mit 50 oder 75 cl an, die direkt am Trinkwassersystem befüllt und anschließend im Büro, im Restaurant oder auf dem Hotelzimmer bereitgestellt werden kann.
Für den Gast muss sich dadurch zunächst gar nicht viel verändern.
Für den Betrieb dahinter dagegen schon.
Spannend für die Etagen: Wasser als Self-Service
Besonders interessant finden wir den Ansatz, Trinkwassersysteme direkt auf den Hoteletagen zu installieren.
Statt täglich Wasserflaschen auf die Zimmer zu verteilen, kann das Hotel seinen Gästen beispielsweise eine wiederverwendbare Flasche oder Karaffe zur Verfügung stellen. Der Gast füllt sich sein Wasser anschließend selbst.
Das funktioniert ähnlich wie die inzwischen in vielen Hotels etablierten Kaffee-, Snack- oder Self-Service-Konzepte.
AQUALEX bietet dafür unter anderem das freistehende Circulo an – ein aus Recyclingmaterialien gefertigtes, kompaktes System, das sich auch für schmale Flure und kleinere Flächen eignet – sowie mit Longo eine platzsparende Lösung zur Wandmontage für Flure und andere stark frequentierte Bereiche.
Für Hotels kann daraus ein interessanter Mittelweg entstehen:
Der Gast erhält weiterhin kostenlos oder gegen eine definierte Gebühr Wasser, während gleichzeitig der tägliche logistische Aufwand sinkt.
Gerade bei größeren Häusern sollte man diesen Effekt nicht unterschätzen.
Auch für schnellen Durchsatz gedacht
Nicht jedes System ist in erster Linie für die Selbstbedienung durch den Gast gedacht.
Mit Forte bietet AQUALEX ein Tischwassergerät, das nach Angaben des Herstellers gezielt für Restaurants, Cafés, Hotels, Gastronomiebetriebe und Veranstaltungsorte entwickelt wurde. Die Durchflussrate von sechs bis sieben Litern pro Minute erlaubt es, zwei Flaschen gleichzeitig ohne Wartezeit zu befüllen – ein Ozonmodul soll dabei zusätzlich für Hygiene sorgen.
AQUALEX bewirbt Forte vor allem für den direkten Gästeservice. Aus unserer Sicht eignet sich die hohe Durchflussrate aber ebenso gut für eine zentrale Befüllung im Backoffice, wenn ein Hotel das klassische Serviceerlebnis mit Flaschen am Tisch beibehalten, gleichzeitig aber auf eingekauftes Flaschenwasser verzichten möchte.
Der Gast bekommt weiterhin seine Wasserflasche.
Nur kommt sie nicht mehr mit dem LKW zum Hotel.
Nachhaltigkeit ist hier mehr als Marketing
Natürlich spielt Nachhaltigkeit bei AQUALEX eine große Rolle.
Weniger Einweg- beziehungsweise Transportflaschen bedeuten potenziell weniger Verpackung, weniger Transporte und weniger Leergut.
Für Hotels ist jedoch ein anderer Punkt mindestens genauso interessant:
Nachhaltigkeit und Prozessoptimierung fallen hier ausnahmsweise einmal zusammen.
Das ist nicht bei jeder Nachhaltigkeitsmaßnahme der Fall.
Wenn weniger Getränkekisten bestellt, angenommen, eingelagert, verteilt und wieder zurückgegeben werden müssen, reduziert eine nachhaltigere Lösung gleichzeitig operative Arbeit.
Genau solche Lösungen sind aus unserer Sicht für Hotels besonders interessant.
Nicht nachhaltiger trotz zusätzlicher Arbeit – sondern nachhaltiger durch weniger Arbeit.
Ein unterschätzter Faktor: Lagerfläche
Wer selbst im Hotelbetrieb arbeitet, kennt das Problem.
Lagerfläche ist fast immer knapp.
Besonders Wasser benötigt aufgrund seines Volumens erstaunlich viel davon. Hinzu kommen Leergut und gegebenenfalls unterschiedliche Sorten wie stilles und sprudelndes Wasser.
Ein fest installiertes Trinkwassersystem kann einen Teil dieser Fläche wieder freigeben.
Das klingt zunächst nebensächlich.
In einem innerstädtischen Hotel, in dem jeder Quadratmeter teuer ist, kann das jedoch durchaus ein wirtschaftlicher Faktor sein.
Was passiert mit dem Wasserumsatz?
Spannend wird die Frage in Restaurant, Bar und Tagungsbereich.
Denn dort ist Wasser nicht nur Kostenfaktor, sondern Umsatzbringer.
Ein Trinkwassersystem bedeutet keineswegs automatisch, dass Wasser kostenlos abgegeben werden muss.
Hotels und Restaurants können ihr aufbereitetes Wasser weiterhin in hochwertigen Flaschen servieren und dafür einen entsprechenden Preis berechnen.
Dadurch verändert sich vielmehr die Kalkulation hinter dem Produkt.
Anstelle des Einkaufs einer einzelnen Mineralwasserflasche entstehen Kosten für Trinkwasser, Filterung, Kühlung, Kohlensäure, Reinigung der Mehrwegflaschen sowie das AQUALEX-System selbst.
Ob sich daraus tatsächlich eine bessere Marge ergibt, muss für jeden Betrieb individuell berechnet werden.
Gerade bei einem hohen Wasserumsatz dürfte diese Rechnung jedoch interessant werden.
Die verschiedenen AQUALEX-Lösungen
AQUALEX verfolgt keinen One-size-fits-all-Ansatz.
Für Hotels werden unter anderem unterschiedliche Systeme angeboten:
Arena Eine vollständig anpassbare Wassersäule (Verkleidung mit Teppich, edlem Furnier oder farbigen Fliesen möglich), die sich beispielsweise für Lobby, Foyer oder Tagungsräume eignet.
Circulo Ein kompakter freistehender Wasserspender, der aus Recyclingmaterialien hergestellt wird und sich unter anderem für kleinere Flächen und Korridore eignet.
Fino Eine mit dem iF Design Award ausgezeichnete Designarmatur, die beispielsweise in Frühstücksbereich, Bar oder Lobby integriert werden kann.
Forte Ein Tischwassergerät für Restaurants, Cafés, Hotels und Veranstaltungsorte, das mit 6-7 Litern pro Minute auch größere Mengen schnell bereitstellt.
Longo Eine platzsparende Lösung zur Wandmontage, robust für den Dauereinsatz ausgelegt und auch für Rollstuhlfahrer und Kinder gut erreichbar – interessant insbesondere für Hotelflure.
Dazu kommen Flaschen- und Glaskonzepte wie die Nova-Glasflasche und der Cumulo-Glas- und Flaschenhalter, letzterer in mehreren Varianten von der kompakten Tischlösung bis zum wandmontierten Regal für bis zu 20 Flaschen.
Damit lässt sich das System tatsächlich an unterschiedliche Hotelkonzepte anpassen, statt einfach irgendwo einen klassischen Wasserspender aufzustellen.
Aber: Ganz ohne Aufwand funktioniert es natürlich nicht
Bei aller Begeisterung für das Konzept sollte man einen Punkt nicht vergessen:
Auch ein Trinkwassersystem benötigt Infrastruktur.
Es braucht einen geeigneten Standort, einen Wasseranschluss und je nach Ausführung weitere technische Voraussetzungen. Filter müssen gewechselt, Geräte gewartet und wiederverwendbare Flaschen hygienisch gereinigt werden.
Wer Wasser in Mehrwegflaschen auf die Zimmer stellt, beseitigt beispielsweise zwar die Getränkelogistik – erzeugt dafür aber einen neuen Prozess für Einsammeln, Spülen und Befüllen der Flaschen.
Das ist nicht zwangsläufig ein Nachteil.
Es muss lediglich Bestandteil einer ehrlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung sein.
Kaufen oder mieten?
Für Unternehmen bietet AQUALEX ein Mietmodell an.
Nach Angaben des Unternehmens deckt ein einziger Preis alle Leistungen ab: Installation durch eigene Fachkräfte, regelmäßige Wartung sowie – bei Sprudelwasser-Systemen – der regelmäßige CO2-Flaschentausch. Dadurch entfällt eine größere Investition und die Kosten lassen sich als planbare, laufende Betriebskosten kalkulieren, ohne unvorhersehbare Wartungskosten.
Ob das wirtschaftlich attraktiver ist als der bisherige Einkauf von Mineralwasser, hängt stark vom jeweiligen Hotel ab.
Entscheidend sind beispielsweise:
Zimmeranzahl, Auslastung, bisheriger Wasserverbrauch, Einkaufspreise, Personalaufwand, Lagerkosten und natürlich Anzahl und Art der benötigten AQUALEX-Systeme.
Vor einer Entscheidung würden wir deshalb immer empfehlen, nicht lediglich den Einkaufspreis einer Wasserflasche mit der monatlichen Miete zu vergleichen.
Die gesamte Prozesskette gehört in die Rechnung.
Häufig gestellte Fragen
Ersetzt AQUALEX auch Sprudelwasser aus der Flasche? Ja. Mehrere Systeme (unter anderem Arena und Forte) bereiten das gefilterte Wasser auf Wunsch auch mit Kohlensäure auf, sodass sich klassisches Sprudelwasser aus der Flasche ersetzen lässt.
Braucht es für jeden Bereich im Hotel ein eigenes System? Nicht zwangsläufig, aber häufig sinnvoll. Lobby, Etage, Frühstücksraum, Restaurant und Backoffice haben unterschiedliche Anforderungen an Design, Durchsatz und Sichtbarkeit – AQUALEX deckt das über mehrere Systemvarianten ab, statt eine Lösung überall einzusetzen.
Lohnt sich das Mietmodell auch für kleinere Hotels? Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Da Installation und Wartung im Mietpreis enthalten sind, entfällt zumindest die größere Anfangsinvestition. Ob es sich rechnet, hängt vom bisherigen Wasserverbrauch und den Einkaufspreisen des jeweiligen Hotels ab.
Unser Fazit
AQUALEX gehört für uns zu den Lösungen, die auf den ersten Blick relativ unspektakulär wirken.
Es geht schließlich „nur" um Wasser.
Schaut man sich jedoch an, wie viel Logistik hinter Mineralwasser in einem Hotel steckt, wird das Konzept deutlich interessanter.
Besonders spannend ist AQUALEX deshalb für Hotels, die mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen:
weniger Lagerbedarf, weniger Getränkelogistik, weniger Verpackung und Transport, ein moderneres Nachhaltigkeitskonzept und trotzdem ein hochwertiges Gästeerlebnis.
Dabei gefällt uns besonders, dass das Unternehmen nicht einfach einen Wasserspender verkauft, sondern unterschiedliche Konzepte für Lobby, Etage, Frühstück, Restaurant und Veranstaltungsbereiche anbietet.
Ob sich AQUALEX wirtschaftlich lohnt, hängt letztlich vom einzelnen Betrieb ab.
Für Hotels mit entsprechendem Wasserverbrauch ist eine konkrete Kalkulation aus unserer Sicht aber definitiv einen Blick wert.
Denn manchmal steckt Digitalisierung und Prozessoptimierung nicht in der nächsten großen Softwareplattform.
Manchmal beginnt sie bei einer Wasserkiste, die künftig niemand mehr schleppen muss.
Mehr dazu: Produktübersicht direkt bei AQUALEX.
Fragen zu AQUALEX oder Themenwünsche für die nächste Ausgabe von "Im Fokus"? Kontakt aufnehmen.
Stand der Angaben: 15. August 2026. Funktionsumfang und Preise von Drittanbietern können sich ändern.
Passend dazu aus dem Blog
Weiterlesen zu diesem Thema.
Im Fokus: Apaleo – Das PMS, das mehr Plattform als PMS ist
In der Reihe 'Im Fokus': Apaleo, die API-first entwickelte Hospitality-Plattform nach MACH-Prinzip - mit App-Store, Payment und MCP-Server für KI-Agenten.
Im Fokus: 3CX – Die digitale Telefonanlage für moderne Hotels
In der Reihe 'Im Fokus': 3CX, die softwarebasierte Telefonanlage - mit Rufverteilung, mobilen Apps und Hospitality-Funktionen wie Weckruf und PMS-Anbindung.
Im Fokus: CheckedInn – Warum uns das moderne Hotel-PMS im Alltag überzeugt
Auftakt der Reihe 'Im Fokus': CheckedInn, das cloudbasierte Hotel-PMS aus dem eigenen Tagesbetrieb - mit GuestX, KI-Rezeption Nora und Booking Engine.